Was macht ein Gemeinderat den ganzen Tag?

Es ist Mittwoch: Der Tag beginnt mit der Gewissheit, eine lange Gemeinderatssitzung vor sich zu haben. Und so kommt es dann auch: Fast der ganze Morgen ist der Haushaltssanierung gewidmet. Zahlen werden diskutiert, interpretiert und hin und her geschoben. Der Ablauf gleicht einer etwas in die Länge gezogenen Symphonie von Beethoven. Wir  beginnen mit einem leichten Allegretto, wechseln schon bald zum Adagio, nur um Luft zu holen für die darauf folgenden Prestos, welche mal im Staccato oder cappricioso daher kommen und zwischendurch auch mal colla parte vorgetragen oder gar ins morendo wechseln. Der Abschluss gipfelt dann – wie könnte es anders sein – in ein fulminantes prestissimo. Erschöpft? Keineswegs, nach einer kurzen Sandwichpause geht die Sitzung weiter mit den ordentlichen Traktanden. Um 15.30h ist die Gemeinderatssitzung vorbei.

Auf dem Weg zurück ins Büro gehe ich bei einem Abteilungsleiter vorbei und erläutere ihm kurz einen getroffenen Beschluss des Gemeinderates.

Zurück im Büro bespreche ich als erstes ein Geschäft mit der Delegierten für Integration. Wie weiter? Was sind die nächsten Schritte?

Dann lese ich einen Bericht zur Drogenpolitik der Stadt Biel durch, welcher dem Gemeinderat am kommenden Mittwoch unterbreitet wird und sende diesen versehen mit ein paar Rückfragen zurück an den Vefasser.

Dann setze ich mich hinter die dritte Fassung eines Konzeptes, welches bis am Donnerstagmorgen bereit sein muss. Dies ist die Frist für alle Geschäfte, welche in der nächsten Gemeinderatssitzung besprochen werden sollen.

Unterdessen ist es 17h. Morgen Donnerstagnachmittag findet eine Besprechung für den Start eines Freiwilligenprojektes statt, welches mir sehr am Herzen liegt. Die Unterlagen dazu brauchen noch letzte Ergänzungen.

Dann kommt eine unerwartete Medienanfrage herein für ein Interview morgen Donnerstagmittag. Es gilt abzuklären, wer in der Stadtverwaltung dafür zuständig ist und mit einer Gemeinderatskollegin das weitere Vorgehen per Email und Telefon zu koordinieren.

Unterdessen liegt ein 8-seitiges Teilprotokoll der heutigen Gemeinderatssitzung vor, welches den Direktionssekretären der gemeinderätlichen Direktionen verteilt werden soll. Nach Durchsicht sende ich dieses mit Ergänzungen versehen zurück an die Stadtkanzlei.

18h: Der Sicherheitsdelegierte liess mir einen Stellungsnahmeentwurf für ein stadtinternes Thema zukommen, welchen ich nach Durchsicht mit meinem ok zurück sende.

Ein weiteres Grobkonzept wartet auf meine Kommentare und Feedback.

Kurz ein paar weitere Emails bearbeiten, Hemd wechseln und ab zu Fuss an ein Abendessen. Auf dem Weg der erste private Moment – ich rufe meinen Partner an.

Mit 10 Minuten Verspätung komme ich im Restaurant an und treffe alte Freunde. Zusammen geniessen wir einen entspannten Abend, tauschen unsere Erfahrungen aus, erzählen von schwierigen Momenten und glücklichen, davon was uns trägt und bereichert, was Lichtblicke sind und auch die dunklen Momente. Um 22h schliessen wir den Abend ab mit einem tollen Dessert:

Der Abschluss

 

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